Kondolenzbuch – Michael Ostermann

Traueranzeige

Traueranzeige in der Süddeutschen Zeitung vom 08.01.2014.

Bitte fühlt Euch frei hier in den Kommentaren zu kondolieren, oder euren Erinnerungen an Michael Ostermann freien Lauf zu lassen.

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7 Comments

  1. Wir haben als Schüler und Freunde einen langen Weg mit Michael zusammen gehen dürfen. Bis zu den letzten Krankenbesuchen im November, wo er immer noch zu Späßen aufgelegt war. –
    Ich kann mich erinnern wie sich Michael in den ersten Jahren (ab 1997) von Henny verabschiedet hat mit Küsschen, bevor sie in das Amalie-Nackenheim zur Arbeit ging. – Einmal waren wir mit Michael, Ruth und Clemens beim All-you-can-eat Chinesen in Dachau-Ost, das war kurz vor oder nach der Konzertreise ihres Trios in China.
    Sehr eindrücklich war auch das Ostermanntrio mit Ruth, Clemens und Michael im ersten Stock, wo auch Michaels Patentante dabei war. –
    Erinnerungen aus den letzten Jahren sind vor allem die unvergessenen Sommerfeste, vor allem das letzte nach unserem gelungenen gemeinsamen Konzert. Aber auch unsere gemeinsamen Arbeitsfrühstücke an Samstagen sind unvergessen, oder auch gemeinsame Fernsehabende mit Fußballspielen. Oft hat er uns seine Lieblingsfilme auf You.tube gezeigt, sei das die “schwäbische Obamarede” oder das erste Video, das wir überhaupt durch ihn gesehen haben, war die 8. Prokofiev Sonate mit Sokolov.
    Steffi

  2. Merit Ostermann

    Der Papa und die Musik und wir.

    Ich mache mich langsam auf die Suche nach Antworten auf die Frage, was die Musik in meinem Leben für einen Stellenwert bekommt, oder behält, jetzt wo unser Vater gegangen ist.

    Ich höre seine Musik mit neuen Ohren, ich höre andere Musik mit seinen Ohren und mir wird erst jetzt langsam klar, was für ein leidenschaftlicher, in seiner Existenz angefasster Musiker mein Vater war.

    Jetzt erst kann ich mir eingestehen, wie sehr ich ihn dafür bewundere und wie sehr ich ihm dankbar bin, dass er diese Leidenschaft gelebt hat und in unser Leben gebracht hat.

    Ich lebe und empfinde Musik anders als er, aber an dieser Stelle möchte ich nochmal meinen Hut vor ihm ziehen und Danke sagen.

    Er wird in sovielen Bereichen fehlen, aber hauptsächlich als Anreger, Zuhörer, Begeisterer, Begeisterter, Staunender, Dankbarer und Prophet der Musik.

  3. Helmut Krüger

    Fünfzehn Jahre lang ist Michael mein Lehrer gewesen.

    Kein “Lehrer” im herkömmlichen Sinn, mit Lernzielen, Didaktik und Methodik. Sonst hätte ich mich schon vor vielen Jahren wieder leise empfohlen, denn als erwachsener “Schüler” sucht man etwas anderes als das, was sich in Schablonen pressen läßt.

    Sondern ein Künstler, beinahe gleichermaßen zu Hause in der Musik und in der Sprache; mit einer Wahrhaftigkeit und einem Ethos, die für mich immer kostbar wurden, je mehr mir klargeworden ist, wie selten sie eigentlich sind.

    Obwohl er natürlich aus seiner eigenen professionellen Arbeit die Maßstäbe, die künstlerische Arbeit erfüllen muß, um “relevant” zu sein, genau kannte, war er sich andererseits trotzdem nie zu schade, das Gute in den Bemühungen seiner Schüler zu finden und zu pflegen wie ein kostbares Pflänzchen, aus dem einmal ein kräftiger Baum werden könnte.

    Von den vielen Geschichten und Anekdoten, die ich im Kopf habe, möchte ich nur eine meiner frühesten Erinnerungen erwähnen: als er bei einem Hauskonzert bei uns in Giggenhausen Ruth bei der Violinsonate von C. Franck am Klavier begleitet hat.
    Nach einleitenden und sehr frommen Worten über Franck als Menschen, dem die Bergpredigt der Maßstab seines Lebens gewesen ist (und der die vermutlich bekannteste Vertonung dieses Textes geschrieben hat), hat Michael dann im zweiten Satz der Sonate fast unser Klavier zerlegt. Gelernt haben wir bei dieser Gelegenheit, daß der Spruch “Selig sind die Sanftmütigen” bei diesem Stück jedenfalls nur auf den ersten Satz zutrifft.

  4. Lieber Michael

    sehr sehr oft hab ich an Dich gedacht, jetzt, wo Du weg bist, noch mehr. Seit wenigen Tagen weiß ich es.
    Die Tage unserer Gemeinsamkeiten in Sendling stehen vor mir; auch die Tondokumente gemeinsamen Singens sind noch da.

    Gott halte fest Dich in seinen Händen! Ein Gruß aus Tegernsee!

  5. Robert Strauß

    Erinnerungen an die Zeit mit Michael
    Ca. 20 Jahre hat mir Michael Musik verschiedener Richtungen als Gesangschüler nahgebracht. Er ist als Klassiker offen und einfühlsam auf meine Wünsche zu angloamerikanischen Songs eingegangen und hat mir im Gegenzug seine eigenen musikalischen Vorlieben schmackhaft gemacht. Michael hat schon seine Enttäuschung oder Kritik mitgeteilt wenn ich zu faul oder begriffstutzig war aber er hat auch Zufriedenheit ausgedrückt und Hoffnungen geweckt.
    Hin und wieder hat Michael uns Musikschülern die Möglichkeit gegeben vor Publikum Erfahrungen zu sammeln. So z.B. mir im kleineren Kreis von Schülern und der Ostermannfamilie bei der teilweise gemeinsam mit Michael erdachten musikalischen Europareise also eine Auswahl von 10 europäischen Städteliedern eingebettet in eine fantastische Liebesgeschichte a la Lügenbaron MÜnchhausen. Aus einer gigantischen Stoffsammlung war nur ein langatmiger Vortrag entstanden. Enttäuschend aber lehrreich! Nochmal verbessern?
    Im herrlichen Klostersaal Markt Indersdorf wo Michael u.a.Wiener Musik mit Chor, befreundeten Instrumentalisten und Merit als vom Liebeskummer geplagten Rösslwirtin erklingen ließ ,hatten auch einige Musikschüler Gelegenheit vor größerem Publikum mitzuwirken. Über die Wienerwürstelpolka von Michael kann ich mich noch heute begeistern. Bei der Aufführung wurde mir mal wieder bewußt,daß nicht nur das Musikalische sondern auch das Darstellerische geübt sein will.Einige Jahre später, im Mai 2013, als Michael schon durch sein Krebsleiden geschwächt doch die Ballade vom armen Wanderer mit Schülern, Chor, befreundeten Instrumentalmusikern, Bühnentechnikern undRegisseurin, besonders aber mitseinen Familienmitgliedern wunderbar verwirklichen konnte, da hatte man das Gefühl:” Gott sei Dank ” ist alles gut gelungen und im “Kasten” (Aufnahme)
    Nach vielen schweren Schlägen,wie dem überraschenden Tod von Clemens und gesundheitlichen Bedrohungen hat Michael wie Hiob seinen Glauben bewahrt und die Eheerneuerung mit Henny war sicher noch ein großer Trost. Gerne erinnere ich mich an die vielen Zusammenkünfte mit Michael und versuche manchen Rat von ihm zu beherzigen und wachzurufen.

  6. Luzie Weiss-Muschik

    Liebe Familie Ostermann,
    durch eure Anzeige im Januar in der SZ erfuhr ich von Michaels Tod. Das hat mich sehr berührt. Nach einer langen Zeit, die ich Michael nicht mehr sah, ist er mir in der Erinnerung immer noch sehr präsent und vertraut. Ich habe als junge Frau va. Gesangs- aber auch Klavierunterricht bei ihm genossen. Gerne denke ich an viele heitere, freundlich verbindende Momente im Gartenhäuschen in der Mergenthalerstrasse. Durch seine Musik hat die Hütte gebebt, das fand ich immer sehr eindrucksvoll. Wir waren eine junge Freundesgruppe, die alle bei ihm unterrichtet wurden und sängerisch eine schöne und intensive Zeit zusammen hatten.
    Ich glaube mein letzter Gruß an Michael ging über Merit in der Christuskirche beim gemeinsamen Konzert Händels Jephta 2007 – ich singe im Chor.
    Lieber Michael ich danke dir für die gewinnbringende gemeinsame musikalische Zeit und die Bekanntschaft.
    Ich denke an dich und deine Familie und grüße herzlich und verbunden aus Germering,
    Luzie Weiss-Muschik
    ehem. Luzie Weiss / Untermenzing)

  7. Hall, liebe Familie Ostermann,
    mit Entsetzen lese ich, dass Euer Vater und Ehemann in diesem Jahr verstorben ist. In sehr guter Erinnerung ist er mir als Regisseur an meinem Internat geblieben, wo er mit uns das Stück “Das Wundertheater” von Miguel Cervantes übte und probte und wir alle eine tolle Premiere dann auf der Bühne erlebten. Sein Engagement und die Engelsgeduld mit uns Hörbehinderten hinterließen mächtigen Eindruck.
    Wir haben mit ihm gealbert, gelacht, geschimpft, getobt, gebrüllt und es war eine tolle Zeit mit ihm. Leider gab es keine Fortsetzung mehr. Jahre später traf ich ihn privat kurz in Dachau und wir hatten schöne kurzweilige Stunden, auch mit Henny einige Minuten zusammen.
    Euer Vater und Ehemann hat immer von Euch geschwärmt und viel geredet und hiermit möchte ich kondolieren auf diesem Wege und Euch allen alles Gute wünschen und viel Kraft, ganz liebe Grüße Sabine Meier (Geb. Handschuh, Henny kennt mich besser unter diesem Namen)

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